Nachahmenswert (LEO-Projekt)

Interview mit Erika Vogel zum LeO-Wohnprojekt am 2. 2. 2015

LeO-Projekt: = Leben in Oberndorf (bei Reichenschwand). Leben in Gemeinschaft.LEO

D: Erika, du warst am 25. Januar 2015 beim Informationstag des LeO-Projektes in Reichenschwand. Es ist wichtig, auch andere Wohnprojekte kennen zu lernen. Welche waren deine ersten Eindrücke?
E: Die Veranstaltung fand im Bürgertreff in Reichenschwand statt, das ist eine sehr schöne Lokalität. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und bestens organisiert. Neben einer Powerpoint-Präsentation mit der Ansicht des Baugeländes und der Hauspläne gab es auch mehrere Führungen zum Baugelände selbst. Bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen gab es viele anregende Gespräche.

D: Worin siehst du Ähnlichkeiten und Unterschiede zum Laufer Projekt?
E: LeO ist viel kleiner. Es sollen für etwa 25 Menschen 11 Wohneinheiten entstehen, von denen die meisten schon vergeben sind. Die Gemeinschaft soll wie bei uns generationengemischt sein. Gemeinschaftsräume gibt es allerdings vorläufig nicht. Auf dem Außengelände soll später ein gemeinsames Gartenhaus für Zusammenkünfte und Feiern entstehen. Gute Nachbarschaft ist ihnen wichtig und das Projekt soll im Ort gut integriert und vernetzt sein. Die Anwesenheit und Beteiligung einiger Nachbarn hat das auch bestätigt.Das gemeinsame Wohnen soll wie bei uns ökologisch, nachhaltig und ressourcenschonend sein. Ein Coach begleitet den Konsensprozess.

D: Wie wollen die LeO-Leute ihre Gemeinschaft leben und pflegen?
E: Es finden gemeinsame Tätigkeiten und Unternehmungen sowie Arbeiten auf dem Grund statt.

D: Wohnhäuser wollen ja auch gemeinschaftlich gehegt und gepflegt sowie verwaltet werden. Wie weit ist denn das Bauprojekt schon gediehen?
E: Die Gemeinschaft hat mit einem Projektleiter unter Berücksichtigung der Wünsche aller Beteiligter ein Konzept erarbeitet. Danach wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Die Wahl fiel auf ein Hersbrucker Architekturbüro das nunmehr das Bauvorhaben durchführt. Alte Gebäude wurden bereits abgerissen. Es sollen zwei Häuser gebaut werden, wobei mit den vorbereitenden Bauarbeiten auf dem Gelände schon begonnen wurde. Es werden sogenannte Thoma-Häuser (www.holz.at) erstellt, die aus Holz und komplett recyclebar sind.

D: Da stellt sich die Frage nach der Finanzierung.
E: Das Gesamtkonzept beruht auf der Gesellschaftsform GmbH&Co. KG. Hierfür hat das Gründerpaar eine GmbH gegründet, als solche das Grundstück erworben – die GmbH ist der Komplementär für die Kommanditgesellschaft. Die Bewohner sind Kommanditisten und zahlen 10 000 Euro sowie 1000 Euro pro Wohnquadratmeter ein. Die Erstellungskosten für die Wohnflächen belaufen sich auf 2.900 Euro pro Quadratmeter. Die Differenz wird durch ein Wohngeld von 7,50 Euro pro Quadratmeter ausgeglichen. Wird mehr Kapital eingebracht, verringert sich das Wohngeld. Mindestens fünf Jahre muss das Kapital in der Kommanditgesellschaft verbleiben. Der Anteil ist wieder veräußerbar, der / die neuen Käufer müssen jedoch von der Gemeinschaft akzeptiert werden.

D: Liebe Erika, recht herzlichen Dank für Deine Zeit, die du dir für das Interview genommen hast. Wir sind jetzt recht gut informiert.
E: Ich wünsche dem LeO-Wohnprojekt ein weiteres gutes Gedeihen. Der Gründer Alois Halser hat sich bereit erklärt im März zu einem unserer Treffen zu kommen und sein Wissen an uns weiterzugeben.

Texterstellung: Dagmar Schuster

 

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